Simone´s und Helmut´s Reiseseiten

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Norwegen 2011

Hardangervidda

Durch die Hardangervidda 2011

Berge, Seen und eine Natur wie zu Urzeiten

Von Haukeli nach Hellevassbu

Jetzt stehen wir hier mit einem fantastischen Ausblick in die große Weite.

 Foto: Blick_auf_Haukeli  Foto: Panorama_Weg_nach_Hellevassbu_2

Wir haben die Nacht in der Haukeliseter-Fjellstuve verbracht. In aller Frühe sind wir aufgebrochen. Unser Ziel ist die DNT Hütte Hellevassbu. Es ist noch früh im Jahr und wir müssen auch einige Schneefelder passieren. Das Schmelzwasser sammelt sich in Bächen und viele Wiesen sind sehr nass. Es geht durch eine Urlandschaft. Außer uns sind keine Menschen zu sehen. Gelegentlich hören wir einen Vogel, sonst nur das Rauschen der Schmelzwasserbäche. Außer unserern Schritten ist nichts weiter zu hören. Stille.

 Foto: Lange Wege  Foto: Bruecke

Die Wanderzeit ist auf dem Wegweiser bei Haukeli mit 7 Stunden angegeben. Jetzt nach ca. 9 Stunden fangen wir an zu schwächeln. Hinter uns habe ich etwas gehört. Ich schaue zurück und sehe zwei Wanderer die uns bald einholen.Es sind zwei Norweger, die heute Mittag in Haukeli losgelaufen sind um Brot und Eier für die Hüttenwache nach Hellevassbu zu bringen. Es sei nicht mehr weit noch etwa eine Stunde. Nach einer Stunde sehen wir dann die Hütten am See liegen. Jetzt müssen wir nur noch über die Brücke am Abfluss des Sees. Nach eine weiteren Stunde kommen wir an.

 Foto: Hellevassbu

Wir Simone, Freya, Hauke und ich bekommen ein eigenes Zimmer und legen uns sofort hin, wir sind völlig fertig. Zwei Stunden später, es ist immer noch hell - und es bleibt auch bis auf etwa die Stunde nach Mitternacht hell - schauen wir uns um. Es ist eine neue wunderschöne Berghütte herrlich gelegen, an einem glasklaren See. Die beiden Norweger sitzen mit der Hüttenwacht, zwei Studentinnen, beim Kartenspielen. Wir kochen uns einen Solbærtody - Schwarze Johannisbeeren Tee - und stellen fest, das die Wege in der Hardangervidda zwar nicht schwierig, aber sehr lang sind. Morgen soll es nach Litlos gehen, also gut schlafen.

Von Hellevassbu nach Litlos

Wirklich früh kommt man aus einer norwegischen Berghütte nicht weg. Es ist lange hell und so kommt man erst gegen Mitternacht zum Schlafen. Dann Frühstück, es gab Hafergrütze und frisches Wasser aus dem See. Nach dem Aufklaren der Stube und der Hütte ging es dann los. Lange sanfte Anstiege, wilde ursprüngliche Landschaft, Schneefelder und Moraste.

 Foto: Steinmann  Foto: Unterwegs

Nach einer Weile überholen uns die Norweger wieder. Kleiner Familienausflug zu alten Räuberhöhlen, aus der Zeit da die Handelswege noch über die Vidda gingen. Jetzt wissen wir weshalb die Zeitangaben für uns einfach unrealistisch sind.
Wir stehen vor einem Fluß ohne Brücke. Keine Trittsteine und das Wasser ist richtig tief. Also Wanderschuhe und Hose aus, Wasserschuhe an und los. Das Wasser kommt direkt von den Schneefeldern - brr. Auf halber Strecke merkt man die Kälte nicht mehr und drüben ist dann die Luft angenehm warm. Nun sehen wir nach 10 Stunden Litlos am andern Ufer eines großen Sees liegen. So nah und doch so fern. Es sind noch fast zwei Stunden bis wir den See umrundet haben. Der letzte kleine Anstieg vom See zur Hütte ist echt hart.

 Foto: Flussueberquerung  Foto: Litlos

Wollt Ihr noch mit zu Abend essen? Ja klar! Gut in 15 min im Speisesaal, Eure Zimmer sind dort hinten und die Duschen auch. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und in Rekordzeit sind wir frisch geduscht und im Speisesaal. Wie zu Kaisers Zeiten mit weißen Tischdecken, am Fenster mit Blick über den See und wilde Landschaft. Es gibt Pilzsuppe und Rentierklöße. Morgen geht es nach Torehytten am Horteigen.

Von Litlos nach Torehytten

Zum Frühstück gib es ein reichhaltiges Büffet. Hafergrütze, Fisch und leckere Marmeladen legen eine gute Grundlage für den Tag. Dann geht es auf den Weg nach Torehytten. Dabei werden wir am Hårteigen, dem Lotsen der Hardanger Vidda vorbei kommen. Unterwegs gibt es viele Bäche und teilweise lange Schneefelder zu queren.
Kurz vor dem Hårteigen kommen wir in Regen. Viel ist jetzt nicht mehr zu sehen. Doch ebenso schnell wie der Regen kam ist er auch wieder vorbei.

 Foto: Weg zum Hårteigen  Foto: Im Regen

Erst ein kleine blauer Fleck am Himmel und wenige Minuten später haben wir wieder klare Sicht und den Hårteigen direkt vor uns. An der Aufstiegsrinne stehend sehen wir das noch viel Schnee und Eis darin liegen. Schade, aber wir verzichten lieber auf diesen dann doch gefährlichen Aufstieg. Freya und Hauke freuen sich sehr über den Gummibärenbaum der auf einmal aus Simone's Rucksack wächst. Wenig später sind wir an der Weggabelung, von der aus es hinunter nach Torehytten geht. Wir sehen die Hütten verträumt am See liegen und wie auch in den letzten Tage ist trotzdem noch ein weiter langer Weg. Entlang eines fjordähnlichen Abfluß geht es zu einer Stelle an dem Felsen in diesem Spalt liegen über die man klettern muß um den doch recht breiten und tiefen Abfluß zu überqueren.

 Foto: Weg nach Torehytten  Foto: Fjord bei Torehytten  Foto: Hårteigen

Jetzt ist es nur noch ein kurzes Stück. Torehytten ist ein wunderschöner verträumter Platz. Ein herrlicher Blick über den See mit seinen "Eisbergen" auf den Hårteigen. Sogar einen Sandstrand gibt es, aber das Wasser ist recht frisch zum Baden. Hier bleiben wir zwei Nächte und geniessen einen Pausetag in dieser herrlichen Natur.

Von Torehytten nach Stavali

Nachdem wir uns nun einen ganzen Tag lang ausgeruht haben machen wir uns früh auf den Weg nach Stavali. Zuerst geht es auf die Anhöhe hinter Torehytten. Hier haben wir nocheinmal einen prächtigen Blick auf den Hårteigen und den See mit den Hütten davor. Dann geht es weiter durch Täler entlang an Schneefeldern zu einem Aussichtspunkt mit einem herrlich weiten Panorama über viele weit verstreute Seen. Irgendwo dahinten liegt der Hardangerfjord.
Wir kommen allmählich etwas tiefer. Kleine Wasserfälle, Wiesen und Blumen zeigen sich. Hier machen wir Mittagsrast und duschen im eisigkalten Wasserfall.
Weiter geht es, und viel leichter als in den ersten Tagen. Wir geniessen den Weg entlang einer in allen blautönen leuchtenden Seekette und kommen in eine Art Almgebiet. Hier stehen aus Natursteinen errichtete Hütten in den Wiesen und einige Schafe sind zu sehen.

Foto: kleiner Wasserfall Foto: Blume 01

Wir haben noch viele Bäche zu überqueren und einige zum Teil abenteuerliche Brücken bis wir nach ca. 11 Stunden die DNT Hütte Stavali erreichen. Als wir in der Küche stehen und uns Nudeln als Abendessen kochen wollen sagt Simone zu Freya: "Hol doch bitte mal einen Eimer Wasser vom Bach" worauf Freya fragt: " Wieso nimmst du nicht den Wasserhahn?" So schnell gewöhnt man sich an einfachere Bedingungen.
Hier in Stavali ist richtig viel Betrieb. Wie ruhig war es doch am Hårteigen. Morgen geht es hinunter nach Kinsarvik am Hardangerfjord.

Foto: Blick auf Torehytten Foto: Almhütte Foto: DNT Hütte Stavali

Von Stavali nach Kinsarvik

Heute früh geht es auf die letzte Etappe unserer Wanderung durch die Hardangervidda. Das Wetter ist gut und die Stimmung ebenso. Flotten Schritts geht es dem Abstieg zum Hardangerfjord entgegen. Vor uns liegt ein Höhenzug auf dem lauter Findlinge liegen. Es sieht so aus als ob dort die Trolle mit Murmeln gespielt haben. Dann geht es über große Felsplatten recht zügig abwärts.
Wir kommen an den ersten großen Wasserfall. Alle Norweger die wir trafen hatten uns zu diesem Weg geraten, wegen der vielen Wasserfälle. Leider beginnt es nun zu regnen und die großen Felsplatten werden nass und rutschig. Das ist gar nicht lustig bei dieser Neigung. Wir suchen uns den Weg so das wir wenn möglich immer wieder festen Halt finden können. Bei trockenem Wetter ist der Abstieg sicherlich leichter. Wir erinnern uns an den alten Skilanglaufspruch "Geniesse den Aufstieg, die Abfahrt wird grausig".

Wiese Foto: Weg nach Kinsavik - Wasserfall 2

Nachdem wir diese rutschigen Felsplatten hinter uns haben wird es grüner. Bunte Blumenwiesen grüßen uns. Und immer wieder die Aussicht auf einen schönen Wasserfall.
Dann geht es durch Wald. Ständig leichter Regen, Nässe und folglich rutschige Steine und Wurzel. Dazwischen Moss in allen Variationen. Langsam wird es wieder etwas heller und die Sicht bessert sich. Und dann sehen wir den Hardangerfjord liegen.
Eine wunderschöne Wanderung endet am Ufer des Fjords. Morgen geht es mit der Fähre über den Hardangerfjord. Am Sognefjord warten unsere Freunde. Dort wollen wir gemeinsam die nächsten zwei Wochen verbringen.

Foto: Weg nach Kinsavik - Helmut Foto: Weg nach Kinsavik - Wasserfall Foto: Moos Foto: Weg_nach_Kinsavik_Blick_auf_Hardangerfjord

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